Kultur

Dschungelstar Chris Töpperwien: Darum ist seine Doku-Soap “In 90 Tagen zum Erfolg” so schlecht

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Der Titel klingt wie eine Drohung: “In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien” heißt die neue Doku-Soap auf RTL2. Doch statt Starthilfe gibt es vom Currywurstmann vor allem Plattitüden. Das ist Auswandern für Dummies – und unglaublich fad.

Chris Töpperwien trifft Patricia (25), die in Hollywood als Nachwuchsschauspielerin durchstarten will.

“Wie kann ich es in Hollywood schaffen?” Diese Frage hofft die 25-jährige Patricia von Christ Töpperwien beantwortet bekommen. Die Schauspielerin ist mit einem Touristenvisum nach Los Angeles gekommen. Doch ihr großes Ziel ist es, entdeckt zu werden und Hollywoodkarriere zu machen. Aber wie? Das weiß auch der selbsternannte Currywurst-König Töpperwien nicht, doch er hat schnell Hilfe parat.

Riley Schmidt, angeblicher Freund und immerhin bei Wikipedia als Schauspieler gelistet, soll der jungen Aspirantin die Frage aller Fragen beantworten. Das tut er auf sehr amerikanische Art: “Du musst jeden Tag sehr hart arbeiten.” Genial. Solche und andere Sätze lassen in der neuen Auswanderer-Soap “In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien” auf RTL2 nicht nur Protagonistin Patricia, sondern auch die Zuschauer ratlos zurück. Denn die Tipps der Experten sind Ratschläge für Dummies.

Unfreiwillig komisch

“Du musst dich immer wieder beweisen.” “Du brauchst Setkarten.” Und, wie der Sprecher mit sonorem Ton betont: “Patricia braucht Durchhaltevermögen, um auch Rückschläge zu überwinden.” Aha. Leider gewinnt die Show auch durch Chris Töpperwien nicht an Format. Denn der 44-Jährige wirkt eben nicht wie einer, der es in L.A. zu unheimlichem Reichtum gebracht und den amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär gebracht hat. Stattdessen führt er Patricia in Lederjacke und mit kölschem Akzent von einem angeblichen Profi zum nächsten.

Das wirkt wie ein Touri- nicht wie ein Karriereprogramm. “In 90 Tagen zum Erfolg – Auswandern mit Chris Töpperwien” will eine Mischung aus “Goodbye Deutschland” und “Die Höhle der Löwen sein”. Doch der Show mangelt es an interessanten Persönlichkeiten. Manche Szenen wirken so bemüht, dass es unfreiwillig komisch ist. Etwa dann, wenn die ehemalige Musical-Darstellerin Maggie aus Hamburg Patricia Hollywood erklären will.

Fazit: unglaublich langweilig! 

Es folgt Smalltalk – und Patricia lernt erneut: “Ich hätte nie gedacht, dass das Leben hier so teuer ist.” “Du brauchst einen Zweitjob, wenn du hier überleben willst.” “Ich hatte einmal einen Job, der ging vier Tage lang.” Das macht Mut. Da hilft das geballte Expertenwissen von Chris Töpperwien. “Für Patricia ist jetzt auch wichtig, einmal durchs Schlüsselloch zu gucken, einmal reinschnuppern zu können”, sagt er bedeutungsschwanger.

Der Satz klingt verdächtig nach Pornoset. Doch diese Art der Doku-Soap erspart RTL2 den Zuschauern heute. Stattdessen gibt es einen Vorgeschmack auf die nächste Folge. “Ich habe wirklich Angst, dass ich es nicht schaffe”, sagt Patricia unter Tränen. Doch selbst das angedeutete Drama kann das Urteil über diese TV-Show nicht mildern: unglaublich langweilig!

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