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Kirchen starten Spendenkampagnen zum Advent

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Adveniat und “Brot für die Welt” heißen Hilfswerke der katholischen und der evangelischen Kirche, die traditionell am 1. Advent ihre alljährliche Spendenaktion starten. Die Werke fördern tausende Projekte in aller Welt.

Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi, Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von “Brot für die Welt” und Entwicklungshilfeminister Gerd Müller werben für die 60. Spendenaktion

“Brot für die Welt” hat mit einem Festgottesdienst in Stuttgart seine 60. Spendenaktion unter dem Leitwort “Hunger nach Gerechtigkeit” eröffnet. Die evangelische Hilfsorganisation war 1959 entstanden, als evangelische Landes- und Freikirchen in der Berliner Deutschlandhalle zu Spenden für die weltweit Hungernden aufgerufen hatten.

“Seit 60 Jahren geben Menschen durch ‘Brot für die Welt’ Zeichen der Hoffnung weiter”, sagte Landesbischof Frank Otfried July in seiner Predigt. “Die Botschaft ist: Bedrückende Verhältnisse können verändert werden.” 

“Alle sollen satt werden”

“Ohne Gerechtigkeit wird der Hunger bleiben”, sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von “Brot für die Welt”: “Alle sollen satt werden – hier und weltweit.” Zudem solle die Würde jedes Menschen geachtet werden. Dafür seien die Partner des Hilfswerks sowie unzählige Gemeinden und Menschen dankenswerterweise seit bald 60 Jahren auf dem Weg. 

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte, in der satten Wohlstandsgesellschaft würden die allermeisten den Hunger nach Brot zum Glück nicht mehr kennen. “Aber ein Verlangen nach Gerechtigkeit schon. Und das Bedürfnis, Notleidenden zu helfen.”

“Brot für die Welt” hat bislang rund 2,4 Milliarden Euro an Spenden und Kollekten erhalten.

“Jugend will Verantwortung”

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat begann seine bundesweite Spendenaktion mit einem zentralen Gottesdienst in Wiesbaden. Das diesjährige Motto lautet “Chance geben – Jugend will Verantwortung”. Damit will das katholische Hilfswerk die oft durch Chancenlosigkeit und Gewalt geprägte Lage der jungen Leute in Lateinamerika und der Karibik in den Blickpunkt rücken.

Spendenkorb des katholischen Hilfswerks Adveniat

Der Limburger Bischof Georg Bätzing sagte in seiner Predigt, Armut und soziales Unrecht trieben junge Menschen auf Abwege. Aber Gewalt löse keine Probleme, sondern verschärfe nur die Ungerechtigkeit. Junge Menschen wünschten sich “echte Chancen”: gute Bildung, verlässliche Beziehungen und Freundschaften, gesundes Leben, sauberes Wasser und saubere Luft, Arbeit und Auskommen. Bätzing bezeichnete den Idealismus der jungen Leute nicht als Utopie, sondern als “Realität einer Welt, wie Gott sie vor Augen hat”.

Der Name Adveniat leitet sich ab von der lateinischen Vaterunser-Bitte “Adveniat regnum tuum” (“Dein Reich komme”). Das in Essen ansässige Hilfswerk wurde 1961 von der Deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufen und unterstützt die Kirche in Lateinamerika und der Karibik bei ihrem Einsatz für die arme Bevölkerung. Seitdem erhielt das Hilfswerk rund 2,5 Milliarden Euro an Spenden. Jährlich fördert es rund 2.200 Projekte mit zuletzt etwa 38 Millionen Euro.

rb/haz (dpa, epd, kna)

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